Corona Tagebuch

20. März 2020

Gestern hat der Ministerpräsident verkündet, dass wir nicht mehr raus dürfen, keine Freunde treffen etc.

Mein 'großer' Sohn und ich gehen spazieren, er fragt immer wieder ob er heute wieder in den Kindergarten darf.

Ich beschliesse für ihn und seinen kleinen Bruder ein Corona Tagebuch zu fotografieren, Bilder die aus unserer ganz persönlichen/ privaten Sichtweise zeigen wie sehr sich unser Leben verändert hat - schneller als wir es jemals erwartet hätten.

nach und scrollend wird nun immer der aktuellste post gezeigt, die Bildbeschreibung darunter, wobei ich mal gelernt habe dass ein Bild auf dem ein Baum auf der Wiese steht NIEMALS mit B'Baum auf Wiese' beschrieben werden sollte... Daher finden sich hier auch Abschweifungen und persönliche Gedanken

"when it´s over we‘re back"

#Vereinzelung

Frühling in der Guldeinstraße, hier ein Motiv für unser Postkartenprojekt (später dazu mehr)

Wir wissen nicht:

wie es weiter geht, gesundheitlich / wirtschaftlich/ beruflich/

wann wir unser Leben wieder 'normal' führen können

wann wir unsere Familien und Freunde treffen können (in Echt - bis dahin ist das Smartphone wichtigstes soziales Tool)

wann 'die Behörden' damit aufhören über den Alltag zu bestimmen, die Bewegungsfreiheit einzuschränken etc.

Willkommen in der Lebenswirklichkeit der allermeisten Geflüchteten, nur mit dem Unterschied, dass wir Grund zu der Annahme haben, diese Erfahrung nur für ein paar Wochen oder Monate teilen zu dürfen.

Einerseits kann man sich ansatzweise vorstellen wie schwierig ihre Situation in den Aufnahmelagern dieser Tage sein muss.

Andererseits habe ich in unseren Projekten der Jugendarbeit auch immer wieder gesehen, wie Menschen trotz schwerster Traumata, wirtschaftlicher Existenznot und Ungewissheiten humorvoll, solidarisch und mit offenem Herzen durchs Leben gehen.

Heute den ersten Corona - related Fotojob gemacht, Thema Quarantraining.

STAY. THE. FUCK. HOME.